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Risikomanagementsysteme bei den Banken ungeeignet??

Dieses Thema im Forum "Politik und Wirtschaft" wurde erstellt von Meisterkeks, 17 Sep. 2011.

  1. Meisterkeks

    Meisterkeks Bekannter Nutzer

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    6 Juni 2011
    Hallo,

    da hat ein Investmentbanker die schweizerische Bank UBS um ca. 1,46 Milliarden Dollar erleichert!! Eine Summe die man sich ja gar nicht richtig vorstellen kann. Wie kann es denn sein, dass hier das Risikomanagementsystem der Bank wieder total versagt hat? Das Händlersystem Delta One das hier im Einsatz ist, ist angeblich auch bei einigen anderen Banken im Einsatz - wann kommt die nächste Botschaft über verzocktes Kapital??

    Eigentlich überhaupt nicht vorstellbar, dass es das Management der Bank zulässt, dass hier ein Einzelner solche horrende Summen ohne jegliche - sofortige - Kontrolle bewegen kann. Aber da dreht es mal wieder um den schnellen Gewinn und da ist anscheinend jedes Risiko recht. Nur das kann doch von den Aktionären- die sofort mit einem Kursverfall bestraft wurden - nicht gutgeheißen werden. Warum wird da nicht sofort das verantwortliche Management in der Bank ausgetauscht?

    Ferner stellt sich die Frage, welche Überlegungen eine Softwarefirma hat, die solche Programme schreibt und die dann auch noch verkauft. Wurde über die Risiken aufgeklärt? Ist es von den Käufern (Banken) absichtlich gewollt? Frgen über Fragen die sich da auftun.

    Für den Normalverbraucher werden jetzt die Kreditvergaberegeln whrscheinlich wieder strenger, denn man muss ja schauen, dass man keine weiteren unkalkulierbaren risiken eingeht.........

    mfg
     
  2. el-cheffe

    el-cheffe Administrator

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    12 Dez. 2010
    Das er das ohne das Wissen der Bank gemacht hat, kann ich irgendwie nicht so ganz glauben. Bei Spekulationen mit solchen Summen ist es häufig so, das er eine Spekulation mit 20 MRD. angefangen hat, die mit 1,5 MRD gedeckt war. Diese scheint anders gelaufen zu sein als er dachte und musste darum mit der Sicherheit 1,5 MRD einstehen.
    Nun ist es gleich ob 20 oder 1,5 MRD, ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, das kein vorgesetzter oder controller davon wusste.
    Wenn seine Spekulation gut gelaufen wäre und ein großer Gewinn für die Bank dabei entstanden wäre, glaube ich nicht das wir davon erfahren hätten. Auch glaube ich das des öfteren solche Spekulationen getätigt werden, die mit Gewinn enden, von denen wir nichts wissen.

    Sollte es aber doch so sein, das er es irgendwie geschafft hat, sich an allen Kontrollmaßnahmen vorbei zu schmuggeln, dann müssten wirklich ein Paar Leute Ihre Hüte ziehen. Es kann ja nicht sein, das ganze Abteilungen (sicher nicht schlecht bezahlt) im controling/Risiko Management nichts von solchen unabgesegneten Alleingängen mitbekommen.
     
  3. cienfueguero

    cienfueguero Erfahrener Nutzer

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    13 Aug. 2011
    Es scheint wohl wirklich am Risikomanagement zu hapern. Das wird auch von S&P für die drohende Herabstufung angegeben. Trotzdem glaub ich, dass der Kerl nicht der einzige war, der es gewußt hat. Aber seine Vorgesetzten sind die falschen zur Kontrolle, weil deren Boni auch von solchen Geschäften abhängen.

    Das Risikomanagement ist nicht wirklich einfach einzurichten. Auf der einen Seite steht die Anforderung, sehr schnell reagieren zu müssen, was einem Vier-Augen-Prinzip widerspricht. Auf der anderen Seite natürlich die Gefahr, gleich richtig ins Klo zugreifen, wenn so ein Deal mal schief geht.

    Einfach ein bisshen Software zu installieren, oder der installierten die Schuld zuzuschieben, ist naiv und greift viel zu kurz. Risikomanagement ist eine Unternehmensanstrengung und hat auch was mit Unternehmenskultur zu tun.

    S&P sieht das auch richtig, wenn sie sagen, das es da Defizite gibt und sie nicht denken, dass die in den nächsten Jahren geschlossen werden können.

    Gruß

    cienfueguero
     
  4. Meisterkeks

    Meisterkeks Bekannter Nutzer

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    6 Juni 2011
    Genauso ist es! Und jetzt hat der Chef auch endlich den Hut nehmen müssen - oder hat er freiwillig aufgegeben? Oswald Grübel - ursprünglich als Retter für die Bank engagiert - hat ein schnelles ende in seinem gut bezahlten Job gefunden. Was hat er falsch gemacht werden sich viele fragen. Aber es ist nun mal so, dass das Management die Risiken im Griff haben muss (zumindest solche - einen Terroranschlag könnte man dem Management nicht anlasten). Wenn ihm das nicht gelingt muss er die Konsequenzen tragen. Bekommt er eigentlich eine Abfindung??

    Nachfolger wird jetzt Ermotti - in der Szene wird ihm aber nicht allzuviel zugetraut! Ob sich so ein Skandal in der Bank nochmals wiederholt....??
     
  5. cienfueguero

    cienfueguero Erfahrener Nutzer

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    13 Aug. 2011
    Naja, es ist ganz einfach alle Risiken auszuschliessen.

    Risikomanagement bedeutet immer auch Verlangsamung der Transaktionen. Eigenhandel im Investmentbanking lebt von der Schnelligkeit. Hier muss man abwägen. Mehr Risiko heißt meist auch mehr Gewinn, bis es mal schief geht. Wer sich auf dieses Eis begibt, geht immer ein hohes Risiko ein und lebt von der Selbstkontrolle derjenigen Händler, die von den Provisionen leben. Das ist ein strukturelles Problem. Risikomanagement kann das nur graduell absichern. Das hat sich ja auch schon bei anderen Banken gezeigt, bei denen ein Händler durchaus mal das Tafelsilber verzockt hat.


    Bestimmt, aber wahrscheinlich bei einer anderen Bank. Deutsche Bank ist auch ein ganz guter Kandidat dafür.

    Gruß
     
  6. el-cheffe

    el-cheffe Administrator

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    12 Dez. 2010
    Ich finde nicht nur, das es ein richtiger Schritt, sonder der einzig mögliche ist. So besteht wenigstens eine kleine Möglichkeit, wortwörtlich "verspieltes" vertrauen wieder zu erlangen. Auch bin ich sicher, das er eine Abfindung bekommt/bekommen hat. Bei so gut bezahlten Managern, kann der aktuelle ja immer der letzte Job sein. Deswegen lassen sie sich diesen auch immer gut absichern.
     
  7. cienfueguero

    cienfueguero Erfahrener Nutzer

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    13 Aug. 2011
    Nicht nur das, die haben immer einen Dienstvertrag, der über einen bestimmten Zeitraum läuft. Sie haben also aus dem Vertrag das Anrecht auf Bezahlung und Boni, auch wenn die Firma ihre Dienste nicht mehr "in Anspruch" nimmt. Eine Abfindung ist dann meistens billiger.
     

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