Wir hatten absolutes Traumwetter, die Sonne schien jeden Tag. Mit 10 km am Tag hatten wir ja wirklich gut gerechnet, wir schafften 30 km am Tag. Da wir kaum Gepäck brauchten und jeden Tag nahm der Körper dazu ab. Die ersten Tage hatten wir komische Entzugserscheinungen, ohne ständig online, Mails oder Daten abzufragen.
So konnten wir auf der Seeseite paddeln, und es war ein Traum. Wir entdeckten versteckte Strandhütten, und durch Treibgut gab es immer Feuerholz. Zivilisationsmüll gab es überall, aber kaum kubanischen Müll. Wir sahen Delphine und Seesterne, Walhaie, und ich freute mich auf die Insel der Haie. Es war schon komisch, mit so einer Nussschale unterwegs zu sein, und dann kommt so ein Hai, der nur mal schauen will, ...
Das Hotel Colony ist dicht und verlassen. Der Laden hat etwas Geschichte. Die Tauchbasis ist dicht. Traurig, aber auch alles abgeranzt.
So waren wir schnell in Nuevo Gerona. Ich war schon Jahre nicht mehr in der Stadt. Aber die Insel der Jugend war es mal, ein kleiner Mikrokosmos, der sich selbst gut versorgen kann. Trotzdem hatten wir unseren Spaß und wurden gut versorgt. Drei Tage Party mit alten, weißen Kerlen. In der Stadt war es schon komisch, alles mal abzulaufen. Man hat verlernt, sich Zeit zu nehmen. Rum gab es an jeder Ecke. Erstaunte Blicke, wie Ausländer auf der Insel sein wollen. Solange man bei frischem Fisch und Rum blieb, konnte uns nichts passieren und wir konnten unsere Reise fortsetzen.
Zwei Tage später waren wir an den Höhlen im Osten/Süden. Ich kannte sie aus meiner Kindheit. Mhhh, okay, da hatten einige etwas an die Wand geschmiert. Ein „Ohhhhh” war das eigentlich nicht mehr wert, uns hat auch keiner kontrolliert, denn wer kommt schon von der Seeseite.
Die offene See macht schon Respekt, aber wir sahen immer den Meeresgrund.
Immer wieder fanden wir kleine Hütten, bestimmt Liebesnester von Fischern.
Tauchen, Fische, es war ein Traum, mit Freunden zusammen zu sein, absolut abgeschnitten von der Welt.
Inseln, wo man träumte: Hier könnte man leben. Aber dann sagten wir immer: So einsam muss das Leben nicht sein.
Cayo Largo, der Strand, der Sand, wirklich das, was jeder denkt von Strand. Varadero ist schon ein Traum .... aber nix los.... Wir hatten Bungalows mit gutem Essen, paar Tage Ruhe, haben sie einfach dusslich gequatscht und Geld auf den Tisch gelegt. Klappt immer in Kuba, aber will man jeden Tag Sonne, Strand, da fehlt was? Alles, was jünger war, geflüchtet, weil alles geschlossen.
Suff war das letzte Problem, nur guten Rum zu bekommen, .... dauerte den ersten Tag, aber viele Sachen dauern, um sich den Sonnenuntergang schön zu trinken, ohne Strandperle.
Wir haben die 500 km viel schneller geschafft mit einigen interessanten Stationen. Muss man es machen, nein, wieso macht man es, weil wir es können.
Playa Giron, ok Urlaubsort, war eh alles fast frei und viele Krabben...
Nun kommt das Traurige, Anruf bei meinem Straßenfreund, nix, ok, kann passieren, waren ja gut in der Zeit, also Nachbar angerufen. Oskar ist verstorben, Herzinfarkt.
Mit 54 Jahren in Kuba? Kann nicht sein, dass die Schoko Bombe einfach verschwindet, Frau meldet sich nicht, Bekannte aus der Straße bestätigen das und er ist schon in der Tumba.
Logisch, die Sat Tel Nummer hatte nur er und keiner kannte sein Passwort vom Fon. Also Daumen raus und ab nach Havanna, Auto holen.
Zuhause angekommen, gleich zu seiner Frau (Beileid usw.), denn nur sein Auto hat eine Anhängerkupplung und mein Anhänger. Ähhhhhh, ist nicht, ein Kerl macht die Tür auf und ich soll mich verpissen. Upps....Polizei, Stress, bin ich nicht der Mensch wegen Kleinkram, sich aufzuregen.... Gepäckträger beim Schweden besorgt, Spanngurte, das passt schon und passte.
Freunde abgeholt, aufgeladen, war kein guter Abschluss.
Aber so ist Kuba, was auch in Deutschland passieren kann, Haus, Firma geht in die Hände der Ehefrau und ein Neuer ist schon da......
Na ja, seine Liebschaften könnte ich nicht aufzählen und sein Geld liegt eh auf den Bahamas, wo nur ich Zugang habe. Also wird sie nett zu mir sein und alles erklären. Oder ich spende das Geld der Straße, und der Betrag ist sechsstellig. Da muss ich aber noch mal überlegen, oder ich mache es Kubanisch (einfach vergessen), ich weiß von nix.
Nun bin ich wieder in Deutschland, um dann den Sommer in den Bergen von Panama zu verbringen, denn im Hochsommer ist der weiße Mann in der Kälte, wenn man es sich leisten kann. Mal abwarten, was die Situation vor Ort bringt, bin ja dann in Schlagweite. Die nächste Reise wird der Garten der Königen.