Namen, Ursachen und Auswirkungen: Vier Schlüssel zum Verständnis der neuen US-Sanktionen gegen Kuba – Diario Libre, 7. Mai 2026
Die neuen US-Sanktionen gegen Kuba haben bei internationalen Unternehmen, die auf der Insel tätig sind, Besorgnis ausgelöst und beeinträchtigen deren wirtschaftliche Stabilität.
Die Ersten, am Donnerstag bekannt gegebenen Sanktionen, im Rahmen der jüngsten US-Verordnung gegen Kuba hat bei den auf der Insel tätigen internationalen Unternehmen Besorgnis und Unsicherheit ausgelöst.
Wer sind die Sanktionierten? Warum? Was besagt die
Durchführungsverordnung 14404? Welche Konsequenzen sieht sie für Verstöße vor? Wer könnte noch betroffen sein? Dies sind die Kernpunkte des jüngsten Vorgehens Washingtons im Zuge des zunehmenden Drucks auf Kuba, um das Land zu wirtschaftlichen und politischen Reformen zu zwingen.
Wer sind die Sanktionierten?
Der Unternehmenskonzern der Revolutionären Streitkräfte (FAR) GAESA und dessen Vorsitzende
Ania Guillermina Lastres waren – in symbolischer Weise – die ersten beiden Namen auf der neuen Sanktionsliste. Experten zufolge kontrolliert GAESA mehr als 40% des kubanischen Bruttoinlandsprodukts und verfügt über ein breites Portfolio an Interessen, dass unter anderem von Hotels über Telekommunikation bis hin zum Einzelhandel in US-Dollar, dem Verkauf von Kraftstoff, dem Zollwesen, dem Immobiliensektor, der Logistik und dem Personenverkehr reicht.
Trotz ihres hohen Geschäftsvolumens und ihrer staatlichen Stellung veröffentlicht GAESA keine Finanzberichte und wird nicht vom Rechnungshof geprüft, wie die Behörde gegenüber EFE bestätigte. Ebenfalls sanktioniert wurde das staatliche Unternehmen
Moa Nickel SA, dass die Nickel- und Kobaltvorkommen der Insel abbaut, die verschiedenen Studien zufolge zu den zehn größten der Welt zählen. Die kubanische Regierung gründete vor Jahrzehnten ein Joint Venture mit dem kanadischen Bergbauunternehmen
Sherritt um diese Vorkommen abzubauen, doch am Donnerstag kündigte das Unternehmen überraschend die sofortige Einstellung seiner Aktivitäten auf der Insel an da die neuen US-Sanktionen ein Risiko darstellten.
Was besagt die Durchführungsverordnung 14404?
Am 1. Mai unterzeichnete US-Präsident Donald Trump eine Durchführungsverordnung, die damit droht, die Vermögenswerte aller nicht-amerikanischen Personen oder Organisationen auf US-amerikanischem Staatsgebiet einzufrieren, die für die kubanische Regierung tätig sind oder waren, oder die in Menschenrechtsverletzungen oder Korruptionsfälle auf der Insel verwickelt sind. Die Order geht jedoch weit darüber hinaus und bedroht auch jede Person oder Organisation, die die kubanische Regierung finanziell, materiell oder technologisch unterstützt oder in Schlüsselsektoren der Insel wie Energie, Verteidigung, Finanzen, Bergbau und Sicherheit tätig ist. Die kubanische Regierung hat diese neue US-Maßnahme scharf kritisiert. Ihr Außenminister Bruno Rodríguez bezeichnete sie als "internationales Verbrechen“ und "Völkermord“ und verurteilte ihren extraterritorialen Charakter als Angriff auf die "Souveränität anderer Staaten“.
Was bezweckt die Durchführungsverordnung 14404?
Der kubanisch-amerikanische Anwalt Pedro Freyre, Partner der Kanzlei Akerman und Spezialist für Rechtsstreitigkeiten im Zusammenhang mit Kuba, erklärt gegenüber EFE: "Es scheint als ziele die Durchführungsverordnung darauf ab, eine weitreichende abschreckende Wirkung auf praktisch jede Einrichtung oder Person zu erzielen, insbesondere auf Nicht-US Amerikaner, die mit Kuba in Kontakt stehen.“ Seiner Meinung nach handelt es sich um "eine schrittweise Verschärfung um Druck auf die kubanische Regierung auszuüben“. "Es ist weniger eine Bazooka als vielmehr ein Schwarm von Drohnen der sein Ziel überwältigen will“, betont er. An diesem Punkt stimmt er mit dem Präsidenten des US-amerikanisch-kubanischen Handels- und Wirtschaftsrats, dem Amerikaner John Kavulich, überein, der der Ansicht ist das die Entscheidungen der Regierung von US-Präsident Trump in Bezug auf Kuba eher zu einer Strategie des "Gradualismus“ als zu Strategien des "Schocks und der Ehrfurcht“ passen.
Wen könnte dies betreffen?
Auf der Insel sind weitere internationale Unternehmen tätig, sowohl eigenständig als auch in Form von Joint Ventures, d. h. mit einem kubanischen staatlichen Partner. Unter ihnen sind vor allem spanische, mexikanische, russische, chinesische, französische und italienische Unternehmen vertreten. Gemäß dem Wortlaut der Durchführungsverordnung wären diejenigen Unternehmen am stärksten von den Sanktionen betroffen, die in Sektoren wie Energie, Verteidigung, Finanzen, Bergbau und Sicherheit tätig sind. Experten weisen jedoch darauf hin, dass die Unklarheit bei der Definition derjenigen, die Sanktionen unterliegen, einen größeren Ermessensspielraum bei der Anwendung von Sanktionen eröffnet, sogar für solche die keine physische Präsenz auf der Insel haben.
Las nuevas sanciones de EE. UU. a Cuba han generado preocupación entre empresas internacionales que operan en la isla, afectando su estabilidad económica.
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