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„Kinderarbeit“ im Sozialismus

guajiro

Camaján
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20 Nov. 2011
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Ort
Sta.Nilla
Meine Frau musste in ihrer Schulzeit in die Kaffeeernte …
Wir hatten in der Schule auch Ernteeinsätze …

In der DDR gab es zu meiner Schulzeit in den 1980ern das Fach „Produktive Arbeit“, laut Wikipedia ab der 7. Klasse. Da ich mit sechs Jahren eingeschult wurde, war ich auch in der 8. Klasse noch 13 Jahre alt. Dieses Fach sehe ich als die Weiterführung des Werkunterrichts. Wir wurden alle zwei Wochen einen Tag an unterschiedlichen Stellen eingesetzt, anfangs in einer Werkstatt, wo wir kleine Metallwerkstücke für die „Konsumgüterproduktion“ des Betriebes mit Feile und Bohrmaschine bearbeiteten. Dann auch in der Forstwirtschaft und in einer Tischlerei.
Ebenso haben wir Steine auf Feldern gesammelt oder dort Kartoffeln nachgestoppelt, die Einnahmen daraus kamen in die Klassenkasse und wurden bei Ausflügen eingesetzt. Für die Stunden im Fach „PA“ gab es natürlich keine Entlohnung.
Dann gab es noch das „Lager für Arbeit und Erholung“, ich glaube, ab der 9. Klasse. Da ging es für zwei Wochen in die Landwirtschaft, vormittags arbeiten, nachmittags Erholung. Eine spannende Zeit ohne Eltern und naturgemäß nicht immer unter Aufsicht des mitgereisten Klassenlehrers. Ob das bezahlt wurde, weiß ich nicht mehr. Diese Lager sind vielleicht am ehesten mit den campamentos in Kuba vergleichbar.
Ich persönlich habe keine Erinnerung daran, dass das alles als Kinderarbeit bezeichnet oder empfunden wurde. Das geforderte Pensum lag im Rahmen des Möglichen, was diese Altersklasse erbringen konnte, die Zeit außerhalb des Klassenraums brachte neben den Pflichten auch Freiheiten, zum Beispiel im Umgang miteinander und in der Entdeckung der Arbeitswelt. Das nun zu skandalisieren, zeigt in meinen Augen nur wenig Einblick in die Materie und lediglich einen Versuch, aus ideologischem Antrieb unter dem Schlagwort Zwangsarbeit sozialistische Gesellschaften zu diskreditieren.
 
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