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Erfahrung mit dem Zoll in München: Einfuhr von Medikamenten

Quimbombó

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Salzkammergut, Österreich
Es hat etwas gedauert, bis ich den Vorfall verdaut hatte, aber jetzt kann ich diese Geschichte mit Euch teilen, damit Ihr nicht den gleichen Fehler macht wie wir.

Rückblickend waren wir jedenfalls sehr naiv und blauäugig.

Im Februar vergangenen Jahres haben meine Frau und ich einen Teneriffaurlaub gemacht und dabei auch kubanischstämmige Verwandte meiner Frau besucht.

Da der dortigen Familie die Situation in Kuba bekannt ist und meine Frau im Sommer wieder nach Kuba fliegen wollte, hatte die ganze Verwandtschaft bereits längere Zeit zuvor damit begonnen, nicht mehr benötigte Medikament zu sammeln, die wir dann verwandten und befreundeten Ärzten auf Kuba spenden würden.

Es ist einiges zusammengekommen und selbst nachdem meine Frau die bereits länger abgelaufenen Medikamente aussortiert hatte, blieb immer noch ein ganzer Trolley voll mit unterschiedlichsten Medikamenten, viele davon rezeptpflichtig, u.a. Antibiotika und auch ein paar Psychopharmaka.

Es kam, wie es kommen musste: bei unserer Rückkehr am 22. Februar sind wir vom Zoll in München zur Kontrolle rausgezogen worden. Als die beiden Zollbeamten den Inhalt unseres Medikamententrolleys sahen, wurden ihre Augen immer größer.

Beide waren sehr freundlich, haben Verständnis gezeigt und uns auch unsere Erklärung abgenommen und im Formular erfasst. Die Menge an rezeptpflichtigen Medikamenten war aber natürlich viel zu viel, so viel, dass der Sachverhalt an die zuständige Staatsanwaltschaft übergeben wurde. Einige der Medikamente fielen auch unter das Betäubungsmittelgesetz, wie wir erfuhren.

Die beiden Zollbeamten sagten, dass die Staatsanwaltschaft in Landshut nun über das weitere Vorgehen entscheiden würde. Im schlimmsten Fall würde eine höhere Geldstrafe (nicht Geldbuße!) auf uns zukommen; wenn eine Geldstrafe über 90 Tagessätzen liegt, gilt man als vorbestraft. Uns wurde heiß und kalt...

Alle Medikamente wurden natürlich eingezogen und ein paar Wochen später haben wir vom Zoll eine mehrseitige detaillierte Aufstellung aller Medikamente per Post erhalten.

Dann verstrich die Zeit. Monate später, Mitte Juni, haben wir Post von der Staatsanwaltschaft bekommen: das Ermittlungsverfahren ist eingestellt worden. Puh. Das war ein guter Tag! :)

Interessant ist, dass wir, weil der Verstoß zum direkten Einschalten der Staatsanwaltschaft geführt hat, beim Zoll in München keine Zahlung leisten mussten. Mit der Einstellung des Verfahrens war die ganze Sache dann erledigt - ohne, dass wir irgendeine Buße gezahlt hätten.

Was sehr schade bleibt, ist natürlich der Einzug aller Medikamente, die vielen Menschen in Kuba geholfen hätten.

Wir werden jedenfalls in Zukunft mit diesem Thema sehr vorsichtig umgehen.
 
Etwas ähnliches habe ich auch erlebt. Eine Schweizerin, die ich in Kuba kennen gelernt hatte und unsere Nummern getauscht hatten, hat mich vor einer in meinem Status veröffentlichen Kubareise gefragt, ob ich für ihre Freunde einige Medikamente paracetamol und Augenpflaster mitnehmen würde, sie schickt es mir per Post. Ich hatte mich dazu bereit erklärt, das Paket kam aber nicht vor Abreise bei mir an. Nach meiner Rückkehr bekam ich die augenpflaster vom deutschen Zoll in Baden Württemberg zugeschickt und einer Anhörung wegen eines Zollvergehens. Die schweizer paracetamol waren stärker als die in Deutschland rezeptfrei zugelassenen.
Nach meinen Erklärungen und dem Nachweis meiner Kubareise und den dortigen Bestimmungen über die Einfuhr von Medikamenten, hat man das Bußgeld verfahren eingestellt.
 
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