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Blockade

cubanol

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Ich bleib dabei, die innere Blockade, also die Angst, dass den Regierenden die marktwirtschaftlichen Öffnungen aus dem Ruder laufen, ist wirksamer als die aus dem Norden. Letztere erlaubt zu normalen Zeiten, wenn dann etwas gelockert, dass man im inneren wieder die Zügel anziehen und die aus der Not geborenen Reformen wieder zurückfahren kann. Das übliche zwei Schritte vor und anderthalb wieder zurück. Es bleiben zwar über die Jahre ein paar Verbesserungen, aber es könnte problemlos deutlich mehr sein.
Du machst bei deiner Beurteilung wie viele, nach meiner Meinung einen entscheidenden Denkfehler. Du gehst bei der Beurteilung des Fortschritt eines Landes immer mit der Meßlatte des Kapitalismus an die Sache ran wo der einzige Maßstab über Erfolg oder Nichterfolg die Steigerung der Wachstumsrate ist. Habe ich Wachstum ist alles in bester Ordnung. Man könnte denken dass nach ca 60 Jahren des cub. Sozialismus sowie Mischformen wie in China und RUS,es bekannt ist, dass es andere Wertesysteme gibt die , man will es oft nicht glauben, vielleicht zwar nicht immer von allen Teilen der Bevölkerung getragen wird aber oft auch nicht so sehr abgelehnt wird, das man gleich z.b das US System kopieren will. Man sollte respektieren, dass die cub . Regierung eine andere Meßlatte für ein erfolgreiches Staatsystem seit 60 Jahren anlegt. Das mag sich irgendwann als endgültig gescheitert erweisen, aber das einschlagen eines anderen Weges sollte man den Menschen dort selbst überlassen. Es gibt so viele Kulturen auf diese Planeten, von Aborigines, über Indianer, Eskimos, Yakuten bis zu Tibeter. Meinst du dass alle diese Völker die gleiche Messlatte und die gleiche Vorstellung über ein erfolgreiches Staatswesen mit sich herumtragen.

Erst wenn du das dt. Wesen und dessen Wertvorstellung hinter dir läßt und anfängst wie ein Kubaner zu denken, so für einen Deutschen überhaupt möglich. dann hast du die erste Stufe erreicht um die Fortschritte eines Landes beurteilen zu können. Das habe ich in 10 Jahre RUS gelernt. Du musst aufhören dein Koordinatensystem mit in alle Welt zu schleppen und das Land dort mit diesem vermessen zu wollen. Das kann nie und nimmer funktionieren. So entstehen Konflikte und eine unendliche Kette von Missverständnisse.

(Übrigens, das dt. Koordinatensystem ist glaube ich seit Jahren auch kein Exportschlager mehr ;). Man tut sich also nicht soviel an, wenn man es einfach in FRA zurück lässt )

Aber mit Verlaub, alles nur meine Meinung. eine von Milliarden.
 

Chris

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Ich denke, dass viele ihre eigene Lebenserfahrung in den Mittelpunkt ihre Bewertungen stellen und dabei übersehen, dass andere aufgrund einer konträren Erfahrung manchmal zu ganz anderen Ergebnissen und Bewertungen kommen.
Klar, wer im früheren Ostblock aufgewachsen ist projeziert alles negativ Erlebte auf das politische System aus dem er kam. Und vergisst dabei die Lebenserfahrung vieler Lateinamerikaner, für die eben nicht die "Russen", sondern die US-Amerikaner und ihr System für die Negativ-Höhepunkte verantwortlich waren.
Erst wenn man das berücksichtigt, kommt man dem Grundgedanken einer kubanischen Revolution und der Gedankenwelt Fidels oder eines Che näher. Und damit auch dem Grundgedanken, aus dem heraus das heutige Kuba entstanden ist.
 

cubanol

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Ich denke, dass viele ihre eigene Lebenserfahrung in den Mittelpunkt ihre Bewertungen stellen und dabei übersehen, dass andere aufgrund einer konträren Erfahrung manchmal zu ganz anderen Ergebnissen und Bewertungen kommen.
Klar, wer im früheren Ostblock aufgewachsen ist projeziert alles negativ Erlebte auf das politische System aus dem er kam. Und vergisst dabei die Lebenserfahrung vieler Lateinamerikaner, für die eben nicht die "Russen", sondern die US-Amerikaner und ihr System für die Negativ-Höhepunkte verantwortlich waren.
Erst wenn man das berücksichtigt, kommt man dem Grundgedanken einer kubanischen Revolution und der Gedankenwelt Fidels oder eines Che näher. Und damit auch dem Grundgedanken, aus dem heraus das heutige Kuba entstanden ist.
Man könnte auch sagen, dass jeder ob er will oder nicht von dem Wertesystem in dem er aufwächst, was durch Elternhaus, Schulsystem, sowie Gesellschaftsdruck z.B verkörpert wird, geprägt ist. Besonders die nach 1990 geborenen fehlt eine ganz wichtige Komponente für die Beurteilung eines anderen Gesellschaftssystems , nämlich das des Patriotismus. ein Wort, dass ein Deutscher bis 30( und so mancher im dt. Parlament auch mit 60) ja fast geradezu mit Ekel in den Mund nimmt,

In Länder aber wie China, RUS und sicher auch Kuba eine nicht zu unterschätzende Strahlkraft für die Bevölkerung hat , die manchmal auch das Wohlstandsstreben überflügeln kann. Ich kenne Kuba nicht so gut wie RUS, aber ich könnte mir gut vorstellen dass der cub. Regierung die Sackgasse und die immensen Problemen voll bewusst sind, aber sie wollen sich bei einer Kapitulation ihres Weges nicht dem Sieges und Freudestaumel der Yankees ergeben. Dafür sind sie zu stolz und ich glaube, dass das viele Kubaner mitragen.

Wenn man auf jeden Fall die Russen fragen würde , 3-faches Gehalt aber nur bei Aufgabe der russ. Identität, die würden erst lachen, dann 3 Flaschen Wodka kippen und dich dann ordentlich verprügeln. Bei denen ist der Patriotismus nicht verhandelbar und ich denke bei den Kubanern ist es ähnlich.

Der heutige Biodeutsche würde sofort auf diesen Handel eingehen, jede Wette und deswegen können sich besonders diese jungen Deutschen wohl nur sehr schwer in die Gefühlslage des cub. Staatswesen hineindenken.

Ich sage immer : " wenn du deine eigene Identität verleugnest, versuche nicht einem anderen Volk eine neue einzuimpfen ".

Allein wenn ein Deutscher das Wort Revolution in den Mund nimmt und sich an Dinge damit erinnern will , was die Welt veränderte, an was denkt er dabei.

1) an die franz. Revolution

2) an die russ. Oktoberrevolution

und 3) in der neueren Geschichte an die cub. Revolution

wobei die anderen oft auch negative besetzte Aspekte haben wie in Frankreich od RUS wo viele Köpfe rollten und vor allem der Unterschied,

dass es bei den anderen ein in erster Linie innerstaatlicher Konflikt war, den man damit beseitigen wollte,

In Kuba hingegen war es eine Befreiung eines ganzen Landes von einem ausserstaatlichen Joch durch eine Handvoll Männer und auch Frauen. Man möge mir diese Vereinfachung und damit verbundene Ungenauigkeiten verzeihen. Ich habe leider die cub. Revolution nicht im Detail studiert, aber im Groben wird's wohl stimmen,hoffe ich. Chris weiß es sicher viel besser.

Die einzige Revolution die damit vergleichbar wäre , wäre die von 1989, nur leider hatten die Anführer von 1989 nicht das Charisma von einem Fidel od. eines Che und konnten ihre Ideen auch nicht umsetzten, da sie gleich vom nächsten System übernommen wurde, quasi ein Blitzkrieg der Diplomatie von unserem " Saumägele", den Che war es ja nicht genug nur Kuba zu befreien, sondern er hatte den Plan die ganze Menschheit von diesem Joch der monetärern Unterdrückung zu befreien. Wenn man dieses Koordinatensytem als Grundlage ansetzt, dann verschiebt sich die Werteskala zur Beurteilung bestimmt.

Wenn heute einer zeigen will dass er Revolutzer ist, welches T-Shirt mit welchem Konterfei wird er wohl anziehen ? und darauf kann Kuba zu Recht Stolz sein, dass der Wille die ganze Welt verändern kann und sei es auch ein kleines Land, das dies anstößt. Leider ist diese Errungenschaft nicht mit der Wertschöpfungsmesslatte zu erfassen.
 
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guajiro

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Die Generationen vor uns haben es eben geschafft, dass man deutschen Patriotismus heute als etwas Negatives ansieht. Während die Kubaner sich gemeinsam von etwas Negativen befreiten, was scheinbar noch immer nachwirkt in ihrem Zusammengehörigkeitsgefühl. Ich glaube aber nicht, dass die Wende 1989 so etwas wie die kubanische Revolution war. Den DDR-Sozialismus gab es doch nur, weil die Sowjetunion ihn wollte und absicherte. Als das vorbei war, wollte und konnte die SED nicht mehr und gab auf. Diese Macht ohne Blutvergiessen abzugeben, kann man ihnen durchaus auch als Menschlichkeit anrechnen. Dagegen mussten sich die Kubaner ihre Selbstbestimmtheit tatsächlich mit Waffengewalt erkämpfen und wollen sich das wohl auch nicht so ohne Weiteres nehmen lassen.
 

Quimbombó

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Besonders die nach 1990 geborenen fehlt eine ganz wichtige Komponente für die Beurteilung eines anderen Gesellschaftssystems , nämlich das des Patriotismus. ein Wort, dass ein Deutscher bis 30( und so mancher im dt. Parlament auch mit 60) ja fast geradezu mit Ekel in den Mund nimmt,
Dabei hätten die heute über 90 jährigen mehr Probleme damit haben sollen...

Als Deutscher werde ich immer ein anderes Verhältnis zum Patriotismus haben, als ein Amerikaner - trotz Goethe, Schiller, Grimms, Benz, Otto, Diesel und trotz der Unterdrückung der Sklaven in den USA.
 

cubanol

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Die Generationen vor uns haben es eben geschafft, dass man deutschen Patriotismus heute als etwas Negatives ansieht. Während die Kubaner sich gemeinsam von etwas Negativen befreiten, was scheinbar noch immer nachwirkt in ihrem Zusammengehörigkeitsgefühl. Ich glaube aber nicht, dass die Wende 1989 so etwas wie die kubanische Revolution war. Den DDR-Sozialismus gab es doch nur, weil die Sowjetunion ihn wollte und absicherte. Als das vorbei war, wollte und konnte die SED nicht mehr und gab auf. Diese Macht ohne Blutvergiessen abzugeben, kann man ihnen durchaus auch als Menschlichkeit anrechnen. Dagegen mussten sich die Kubaner ihre Selbstbestimmtheit tatsächlich mit Waffengewalt erkämpfen und wollen sich das wohl auch nicht so ohne Weiteres nehmen lassen.
Deswegen hatte ich 1989 auch erst nicht aufgeführt. Hatte es dann nur der Vollständigkeit halber erwähnt, weil es ja auch ein Aufstand eines ganzen Volkes gegen eine Marionettenregierung war aber der ganze Hintergrund dieser Marionttenregierung war ein anderer als in Kuba natürlich. Jeder Vergleich hinkt natürlich und hier besonders, da man sich ja eigentlich schon bei der Revolution für das andere System entschieden hat und keine eigenen Ideale durchziehen wollte, was natürlich verständlich war.
 

cubanol

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Dabei hätten die heute über 90 jährigen mehr Probleme damit haben sollen...

Als Deutscher werde ich immer ein anderes Verhältnis zum Patriotismus haben, als ein Amerikaner - trotz Goethe, Schiller, Grimms, Benz, Otto, Diesel und trotz der Unterdrückung der Sklaven in den USA.
Mir geht es natürlich ganz genau so, doch von einem aufgeklärten , gebildeten Volk sollte man erwarten das man die Bedeutung des Patriotismus an sich in Relation sowie in Abgrenzung zu den Verbrechen des 2ten und zu den Unsinnigkeiten des 1 Wk setzten kann. Ich hatte oft eine Gänsehaut wenn ich in RUS bei Festivitäten dabei war wo patriotische Lieder gesungen wurde und feststellte wie diese Emotionen eine Nation zusammenschweißt. Ich hatte das davor nie erlebt und beneide sie bis heute darum, dass ein Volk eine über alle sozialen Grenzen verbindendes Gefühl der Zusammengehörigkeit hat und welche Energien sowas freisetzt. Wer das nicht versteht, kann ein oft unrationales Handeln eines Volkes meiner Meinung nach nicht verstehen und das ist meiner Meinung nach unabdingbar nötig um das Verhalten eines Volkes wie das von Kuba z.B im Ansatz verstehen zu können. Von der Logik her müssten die Kubaner sich sofort dem ökonomischen Druck der USA ergeben und es ging vielen von ihnen dann sicher wirtschaftlich gesehen besser, man müsste aber die Komponente des " la Patria o muerte " vollkommen aussen vor lassen. Wie könnte ein Volk wie das der Deutschen auch nur im Ansatz diese Bedeutung und Strahlkraft verstehen, das das dahinterstehende Wort nicht mit einem Jota positiv besetzen kann.
Mir geht es übrigens nicht anders. Mich würden keine 1000 Pferde in den Hindukusch bringen um dort Deutschland zu verteidigen.

Ich habe dabei auch immer ein sehr ungutes Gefühl , wenn man heute alle Wehrmachtsoldaten, selbst einen Helmut Schmidt unter Naziverdacht stellt indem man ein Geschehen was vor 87 Jahren begann und das Handeln der Personen in dieser Zeit mit der Brille von 2021 be,-und aburteilt. Mir tun die Nachfahren der Millionen Toten Soldaten leid die sich wegen der Vita ihrer Großeltern heute schämen. Sie waren für mich in der Mehrzahl Patrioten die im guten Glauben das Wichtigste für ihr Land gaben was ein Mensch geben kann, nämlich ihr Leben.

Kleine Abschweifung dazu:
Heute in der Coronazeit will ein Hr. Spahn noch nicht mal die Verantwortung dafür übernehmen was in seinem Namen vor einen Jahr bis heute entschieden wurde indem er schon vorbauend sagt, dass man sich später gegenseitig viel verzeihen müsse, aber man stellt heute 90jährige, die oft mehr Tod als lebend sind vor ein Schautribunal und urteilt über ihr Handeln zu dem sie als 18jähriger in einem vollkommen anderen Gesellschaftssystem oft gar keine Alternativen hatten ohne schwere Folgen hätten befürchten müssen. Niucht jeder wurde als Sophie Scholl geboren Zu meinem Erstauen haben mich sehr oft Russen nach dem Sinn gefragt und haben immer sehr ehrfürchtig über die Tugenden der dt. Wehrmacht gesprochen, obwohl ja dadurch 20 Mill Russen starben. Ich bin damals oft zur Salzsäule erstarrt bei diesen Fragen, weil ich mich in einem starken emotionalen Konflikt befand . Ich versuchte es Ihnen zu erklären. Sie konnten es aber trotz größter Bemühungen nie verstehen und habe mich oft bedauert, dass ich mein Land nicht lieben konnte und auch nicht ein einziges dt. Lied konnte, schon gar kein patriotisches.

Aber zurück zum Thema:
Aus diesem Grunde denke ich sind auch heute noch Fidel , Che und seine Kampfgenossen für viele Kubaner Nationalhelden, trotz der vielen Entbehrungen die das Regime den Menschen dort seit 60 Jahre auferlegte, den sie erinnern sich auch heute noch dass diese Menschen bereit waren ihr Leben für die Freiheit eines ganzen Volkes zu opfern und ich denke dass doch einige es als Verrat gegenüber den Idealen von damals noch verstehen wenn man heute ohne wenn und aber sich wieder von der USA okkupieren lassen würde, wenngleich es für den Lebensstandardindex von Kuba sicher ungefragt von Vorteil wäre. Bei den jungen Kubanern schwindet natürlich dieses Gefühl immer mehr, da sie diese charismatischen Menschen nie kennengelernt hatten. Der Deutsche von heute wird es sowieso wohl nie verstehen und deswegen sollte er sich auch da mit einer Wertung heraushalten.
Wie gesagt, alles nur meine Meinung.

Ich verstehe es und beneide die Kubaner ebenso wie die Russen um ihr Gefühl des Zusammenhaltes und habe deswegen immer große Bauchschmerzen einen Kubaner der in die USA flüchten will, ihn in seinem Vorhaben zu bestärken , wobei ich natürlich die Gründe des Emmigranten zu 100 % nachvollziehen kann und deswegen natürlich niemals jemanden verurteilen würde. Es tut mir nur immer Leid.
 
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Tulipan

Kuba, meine zweite Heimat
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Erst wenn du das dt. Wesen und dessen Wertvorstellung hinter dir läßt und anfängst wie ein Kubaner zu denken, so für einen Deutschen überhaupt möglich. dann hast du die erste Stufe erreicht um die Fortschritte eines Landes beurteilen zu können.
es ist hier in D allgemein üblich, mit dem nackten Finger auf angezogene Leute zu zeigen. Vielmehr sollte man sich um die Drecksecken in der eigenen Wohnung Sorgen machen.
 

Quimbombó

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Ich habe dabei auch immer ein sehr ungutes Gefühl , wenn man heute alle Wehrmachtsoldaten, selbst einen Helmut Schmidt unter Naziverdacht stellt indem man ein Geschehen was vor 87 Jahren begann und das Handeln der Personen in dieser Zeit mit der Brille von 2021 be,-und aburteilt. Mir tun die Nachfahren der Millionen Toten Soldaten leid die sich wegen der Vita ihrer Großeltern heute schämen. Sie waren für mich in der Mehrzahl Patrioten die im guten Glauben das Wichtigste für ihr Land gaben was ein Mensch geben kann, nämlich ihr Leben.
man stellt heute 90jährige, die oft mehr Tod als lebend sind vor ein Schautribunal und urteilt über ihr Handeln zu dem sie als 18jähriger in einem vollkommen anderen Gesellschaftssystem oft gar keine Alternativen hatten ohne schwere Folgen hätten befürchten müssen. Niucht jeder wurde als Sophie Scholl geboren
Nur zur Klarstellung: Mit "Dabei hätten die heute über 90 jährigen mehr Probleme damit haben sollen..." meinte ich nicht, dass die ganze Generation nur aus Mördern bestand, sondern eher den Umgang (bzw. Nicht-Umgang) mit dem Thema im Deutschland der 1950er Jahre.

Die Masse waren sicherlich Mitläufer.
 
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