Zwar bedeutet die Streichung Kubas von der US-Terrorliste keine richtunggebende Änderung der US-amerikanischen Kubapolitik, jedoch kann dies für Kuba gewisse Erleichterungen bringen. Primär handelt es sich zumindest aus Sicht der USA - wo sich alles um Business dreht - um ein zweiseitiges Geschäft. Inwieweit dabei internationale Proteste - Demonstrationen, Mahnwachen, Solidaritätsbekundungen usw. - für das Zustandekommen einen Beitrag geleistet haben, lässt sich nicht beurteilen. Ich führe in gewisser Weise ein "Doppelleben", indem ich beruflich für ein amerikanisches Unternehmen arbeite und privat gegen die Wirtschaftsblocke der USA gegenüber Kuba im Hintergrund aktiv bin. Da ich auch wiederholt in Kuba war, bin ich bis zu einem gewissen Grad mit der sozio-kulturellen Mentalität beider Staaten vertraut. Auch wenn die USA grundsätzlich ausländische aber auch inländische Proteste - wie bei anderen Konflikten auch - gegen ihre Kubapolitik nach außen hin ignorieren, so werden Aktionen für Kuba von staatlichen Stellen in den USA genau registriert und es wird die weltweite Stimmungslage in Bezug auf Kuba laufend beobachtet. Sinnlos sind daher Aktivitäten von Organisationen wie Cuba Si, Humanitäre Kuba Hilfe, InterRed, KarEn usw. für Kuba - neben der materiellen Hilfe - auch unter politischen Aspekten nicht. Ob Trump die Streichung von der "Terrorliste" wieder rückgängig macht, bleibt abzuwarten. Wie alle Menschen mit einer narzisstischen Persönlichkeitsstruktur ist auch Trump gegenüber Kritik dünnhäutig und ein schlechter Verlierer, der sich schwer tut, etwas zu akzeptieren, was nicht seinem Willen entspricht.